Football Friday - Schiri, wir wissen wo dein Auto steht!

10 März 2016 /

Wer kennt diesen Ausspruch nicht. Der Schiedsrichter hat eigentlich die Aufgabe ein Spiel in geregelte Bahnen zu lenken und einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, trotzdem wird er immer wieder zum Opfer von Anfeindungen. Den Unparteiischen wird häufig genau diese Eigenschaft abgesprochen. Auch ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich mich, wenn mein Lieblingsteam spielt, furchtbar über (vermeintliche) Fehlentscheidungen aufrege. Aber ich zwinge mich immer wieder dazu auch an den Schiedsrichter zu verstehen. Menschen machen Fehler, auch Schiedsrichter sind von dieser Regel nicht ausgenommen. Trotzdem ist nicht jeder Schiri parteiisch, der Fehler macht.

Wie du vielleicht weißt, spiele ich Volleyball. Bei uns in den unteren Ligen wird noch kein Schiedsrichter gestellt. Wir schiedsen selbst. Aus jeder Mannschaft machen einige einen Schiedsrichterschein, die anderen stellen sich als Linienrichter und Anschreiber zu Verfügung. Wir hätten einen Grund parteiisch zu sein, schließlich spielen wir alle selbst in dieser Liga um die Meisterschaft. Trotzdem pfeifen wir gerecht, warum sollte also ein völlig unbeteiligter Schiedsrichter parteiisch pfeifen? Die einzige Erklärung wäre eine hohe Summe Geld, die aber vermutlich auffallen würde. Desweiteren lernt man, wenn man selbst ab und an mal pfeift oder in einem "Gespann" beteiligt ist, wie schnell mal ein Fehler oder eine schwierige Situation aufkommt. Beim Volleyball gibt es neben dem 1. noch einen 2. Schiedsrichter und mindestens zwei Linienrichter. Es ist ein Sport mit recht kleinem Spielfeld und verhältnismäßig wenig Bewegung. Man könnte es fast einen übersichtlichen Sport nennen. Trotzdem gibt es häufig knappe Entscheidungen. War der Ball jetzt noch auf oder schon hinter der Linie? Zählt der gespielte Ball schon als Doppel? Übergetreten oder nicht?

Jetzt stellt euch das ganze Mal im Fußball vor. Plötzlich kommt da Tempo ins Spiel, der Schiedsrichter muss mitlaufen, um auf der Höhe zu sein. Einmal falsch gelaufen, steht der Schiri ungünstig und verliert den perfekten Überblick über die Situation. Abseitsentscheidungen sind häufig hauchdünn und lassen sich im TV auch erst mit Linie erkennen und Foulspiele brauchen drei bis vier Wiederholungen, bis sie als klares Foulspiel eingestuft werden.

Auch mir ist aufgefallen, dass die Schiedsrichter diese Saison häufiger im Fokus stehen, als ihnen lieb ist. Natürlich liegt dies auch an ihren Fehlentscheidungen, aber wir dürfen unseren Respekt gegenüber diesen Männern und Frauen nicht verlieren.

Was mir bei meinem Versuch die Schiedsrichter besser zu verstehen wahnsinnig geholfen hat, ist der Schiedsrichter-Podcast "Collinas Erben". Hört doch mal rein!

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